Die meisten Besucher fliegen nach Dublin, doch die Insel hat noch mehrere andere nützliche Zugänge – und die richtige Wahl kann einen Reisetag sparen. Einmal angekommen, sind die Städte gut per Bahn und Fernbus verbunden; auf den Atlantikhalbinseln kommen Auto, Fahrrad oder Tagestour ins Spiel.
Anreise mit dem Flugzeug
- Dublin (DUB) – der mit Abstand größte Flughafen, mit Flügen aus ganz Europa, Nordamerika und dem Nahen Osten. Häufige Busse fahren ins Stadtzentrum (etwa 30–45 Minuten) und direkt nach Belfast, Cork, Galway und in andere Städte. Einen Bahnanschluss hat der Flughafen nicht.
- Shannon (SNN) – ein kleiner, unkomplizierter Flughafen im Westen, nahe Limerick und etwa eine Stunde von den Cliffs of Moher entfernt. Er hat einige Transatlantik- und Europaverbindungen.
- Cork (ORK) – Verbindungen nach Großbritannien und Europa; praktisch für Cork, Kinsale und Kerry.
- Belfast International (BFS) und Belfast City (BHD) – die beiden Flughäfen von Belfast in Nordirland; BFS hat mehr Europaverbindungen, BHD liegt wenige Minuten vom Zentrum und bedient überwiegend Großbritannien.
- Kleinere Flughäfen – Ireland West (Knock) für Mayo und Sligo, Kerry (Farranfore) für Killarney und Dingle, Donegal (Carrickfinn) und City of Derry, jeweils mit einer Handvoll Strecken.
Wer in die Vereinigten Staaten reist, kann die US-Einreisekontrolle in Dublin und Shannon schon vor dem Abflug erledigen; planen Sie dafür am Flughafen zusätzliche Zeit ein.

Fähren aus Großbritannien und Frankreich
Mit dem eigenen Auto entfällt die Mietwagenversicherung ganz, und Fußpassagiere können an britischen Bahnhöfen kombinierte Rail-&-Sail-Tickets kaufen. Strecken und Reedereien ändern sich, prüfen Sie also die aktuellen Fahrpläne; die wichtigsten Überfahrten sind:
- Holyhead (Wales) – Dublin: die meistbefahrene Route, etwa 3 Std. 15 Min.
- Fishguard und Pembroke (Wales) – Rosslare: für den Südosten, etwa 3 Std. 30 Min. bis 4 Stunden. Wer die Reise mit Wales verbinden möchte, hat mit allen drei Häfen einen guten Ausgangspunkt: Holyhead liegt auf Anglesey, nahe Snowdonia, Fishguard und Pembroke Dock an der Küste von Pembrokeshire. Unser Wales-Reiseführer stellt Burgen, Nationalparks und Küste vor.
- Cairnryan (Schottland) – Belfast und Larne: die kurzen Überfahrten nach Nordirland, etwa 2 Stunden. Wer die Reise mit Schottland verbinden möchte, findet in unserem Schottland-Reiseführer Edinburgh, Glasgow, die Highlands und die Inseln.
- Liverpool (Birkenhead) – Belfast: eine längere Überfahrt von etwa 8 Stunden, auch über Nacht.
- Frankreich – Irland: ganzjährig von Cherbourg nach Dublin und Rosslare, in der Saison von Roscoff nach Cork; in der Regel Nachtfahrten von rund 14 bis 19 Stunden. Außerdem gibt es eine Verbindung zwischen Nordspanien (Bilbao) und Rosslare.

Züge
Irish Rail (Iarnród Éireann) betreibt das Netz der Republik, das sternförmig von Dublin ausgeht. Vom Bahnhof Heuston fahren Züge nach Cork, Killarney und Tralee, Limerick, Galway, Westport und Waterford; von Connolly nach Belfast, Sligo und Wexford/Rosslare. Wer online im Voraus bucht, bekommt die günstigsten Preise und einen reservierten Sitzplatz. Querverbindungen gibt es kaum, eine Fahrt wie Galway–Killarney ist mit der Bahn daher langsam.
Der Enterprise verbindet Dublin Connolly in gut zwei Stunden mit Belfast, ungefähr stündlich. In Nordirland betreibt Translink die NI Railways (von Belfast nach Derry~Londonderry, Coleraine und Portrush, Bangor und Larne) sowie das Fernbusnetz von Ulsterbus und Goldliner und in Belfast die Metro- und Glider-Busse.

Fernbusse und Regionalbusse
Bus Éireann und seine Expressway-Busse erreichen fast jeden Ort der Republik, und private Anbieter fahren schnelle Autobahnlinien zwischen den großen Städten und dem Flughafen Dublin – oft schneller und günstiger als der Zug. Die ländlichen Busse von TFI Local Link schließen manche Lücke, verkehren aber unter Umständen nur wenige Male am Tag. Im Sommer verbinden Saisonlinien Orte wie Galway, Doolin und die Cliffs of Moher.
| Strecke | Zug | Fernbus | Auto |
|---|---|---|---|
| Dublin – Belfast | ≈2 Std. 05 Min. | ≈2 Std. 15 Min. | ≈2 Std. |
| Dublin – Galway | ≈2 Std. 30 Min. | ≈2 Std. 30 Min. | ≈2 Std. 15 Min. |
| Dublin – Cork | ≈2 Std. 30 Min. | ≈3 Std. | ≈2 Std. 45 Min. |
| Dublin – Killarney | ≈3 Std. 15 Min. | ≈4 Std. 30 Min. (Umstieg) | ≈3 Std. 45 Min. |
| Dublin – Kilkenny | ≈1 Std. 30 Min. | ≈1 Std. 45 Min. | ≈1 Std. 30 Min. |
| Dublin – Limerick | ≈2 Std. 15 Min. | ≈2 Std. 30 Min. | ≈2 Std. 15 Min. |
| Dublin – Sligo | ≈3 Std. 05 Min. | ≈3 Std. 30 Min. | ≈2 Std. 45 Min. |
| Dublin – Westport | ≈3 Std. 15 Min. | — | ≈3 Std. 15 Min. |
| Galway – Cliffs of Moher | — | ≈2 Std. (saisonaler Direktbus) | ≈1 Std. 30 Min. |
| Belfast – Giant’s Causeway | Zug + Bus ≈2 Std. | Tagestouren | ≈1 Std. 15 Min. |
Pässe und Karten
- TFI Leap Card – eine wiederaufladbare Chipkarte für Busse, Straßenbahn (Luas), DART und Vorortzüge in Dublin sowie für Stadtbusse in Cork, Galway, Limerick und Waterford. Die Fahrpreise sind niedriger als bei Barzahlung und pro Tag und Woche gedeckelt. Die Leap Visitor Card bietet 1, 3 oder 7 Tage unbegrenzte Fahrten in Dublin. In Nordirland gilt die Leap Card nicht.
- Translink-Tickets – in Nordirland gelten Tages- und Mehrtagestickets für Busse und Züge; aktuelle Angebote finden Sie bei Translink.
- Heritage Card – kein Fahrschein, aber gut zu wissen: Sie gewährt ein Jahr lang Eintritt in die staatlichen (OPW-)Kulturstätten der Republik, darunter der Rock of Cashel, Kilkenny Castle und Kilmainham Gaol. Wo Zeitfenster-Tickets gelten, müssen diese trotzdem reserviert werden. In Nordirland gilt sie nicht; dort gehören viele Stätten dem National Trust.
Autofahren: links und auf schmalen Straßen
- Auf der ganzen Insel wird links gefahren. Im Kreisverkehr hat Vorfahrt, wer schon drin ist – der Verkehr kommt von rechts.
- An der Grenze wechseln die Einheiten: Kilometer und km/h in der Republik, Meilen und mph in Nordirland. Verkehrsschilder in der Republik sind zweisprachig; in irischsprachigen Gebieten (Gaeltacht) stehen sie mitunter nur auf Irisch – Dingle erscheint als An Daingean.
- Landstraßen sind schmal, oft mit Steinmauern oder Hecken auf beiden Seiten und ohne Randstreifen. Rechnen Sie mit Traktoren, Radfahrern, Schafen und Reisebussen. Nutzen Sie Ausweichstellen und setzen Sie dorthin zurück, wenn Ihnen ein größeres Fahrzeug entgegenkommt.
- Tempolimits sind Obergrenzen, keine Richtwerte. Das ausgeschilderte Limit auf einer kurvigen Nebenstraße liegt oft weit über dem, was sicher ist. Rechnen Sie abseits der Autobahnen mit 50–60 km/h im Schnitt.
- Maut: Mehrere Autobahnen der Republik haben Mautstationen, die Karten und Bargeld annehmen. Dublins Ringautobahn M50 ist schrankenlos – die Maut muss bis zum folgenden Abend online oder in einem Geschäft bezahlt werden, sonst stellt der Vermieter sie Ihnen samt Gebühr in Rechnung. In Nordirland gibt es keine Maut.
- Tanken und Laden: Tanken Sie vor abgelegenen Strecken wie West-Donegal oder den Halbinseln von Kerry, wo Tankstellen selten sind und früh schließen.
- Alkohol: Die Grenzwerte sind niedrig und werden streng kontrolliert. Fahren Sie nicht, wenn Sie getrunken haben.
Mietwagen: die Fallstricke bei der Versicherung
Mietwagen in Irland stehen im Ruf, am Schalter für Überraschungen zu sorgen. Das sollten Sie vor der Buchung wissen:
- CDW und Selbstbeteiligung: Der genannte Preis enthält normalerweise eine Vollkaskoversicherung (CDW), aber mit einer Selbstbeteiligung – dem Betrag, den Sie bei einem Schaden zahlen –, die oft vierstellig ist. Der Vermieter blockt diesen Betrag auf einer Kreditkarte.
- „Super CDW“: wird am Schalter verkauft, um die Selbstbeteiligung auf null oder nahezu null zu senken. Das kann die Tagesmiete erheblich verteuern. Eine vorab abgeschlossene, eigenständige Selbstbehaltversicherung ist meist günstiger, doch Sie brauchen trotzdem eine Kreditkarte für die Kaution und müssen sich das Geld im Schadensfall nachträglich erstatten lassen.
- Versicherung über die Kreditkarte: Manche kartengebundenen Mietwagenversicherungen schließen Irland aus. Wenn Sie sich darauf verlassen wollen, holen Sie eine schriftliche Bestätigung ein, dass die Republik Irland (und gegebenenfalls Nordirland) abgedeckt ist, und bringen Sie sie mit.
- Karte auf den Namen des Fahrers: Die meisten Vermieter verlangen eine Kreditkarte – keine Debitkarte – auf den Namen des Hauptfahrers.
- Reifen, Glas und Unterboden sind in der Basisdeckung häufig ausgeschlossen – genau das, was auf Sträßchen zwischen Steinmauern leidet.
- Automatikwagen sind seltener und teurer; reservieren Sie früh. Wählen Sie das kleinste Auto, in das Ihr Gepäck passt.
- Grenzübertritt: Sagen Sie dem Vermieter, wenn Sie zwischen der Republik und Nordirland fahren werden. Meist ist das erlaubt, manchmal gegen Gebühr.
- Altersgrenzen: Für Fahrer unter 25 und über etwa 75 Jahren können Zuschläge oder Einschränkungen gelten.
Ohne Auto
Eine Reise ohne Auto ist absolut realistisch: zwischen den Städten mit Zug oder Fernbus fahren und für das Land Tagestouren nutzen. Radfahren ist auf den autofreien Greenways ein Vergnügen – der Great Western Greenway in Mayo und der Waterford Greenway sind die bekanntesten. Taxis gibt es in den Städten reichlich und sie lassen sich per App bestellen; auf dem Land sollte man sie im Voraus organisieren.

